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29.09.2020 | Zuckerfrei leben

Schwangerschaftsdiabetes – Was darf ich noch essen?

Schwangerschaftsdiabetes gehört zu den Diabeteserkrankungen, die das erste Mal während einer Schwangerschaft diagnostiziert werden. Diabetes Typ 4 gilt als die häufigste Begleiterkrankung während einer Schwangerschaft. Sie tritt bei etwa 4 von 10 Schwangeren auf. Interessierst du dich für das Thema? Dann bleibe dran! In diesem Beitrag klären wir über die wichtigsten Hintergründe von Schwangerschaftsdiabetes auf und räumen fiese Gerüchte aus dem Weg, die mit Gestationsdiabetes in Verbindung gebracht werden.

 

Wie entsteht Schwangerschaftsdiabetes?

Bei einer Schwangerschaftsdiabetes werden ähnliche Mechanismen wie beim Diabetes Typ 2 vermutet: Die Körperzellen werden zunehmend unsensibler für die Aufnahme von Zucker, der nach dem Essen ins Blut gelangt. Der Blutzuckerspiegel steigt daher höher oder bleibt länger auf diesem Niveau. Dazu kommt, dass ab der 20. Schwangerschaftswoche hormonelle Veränderungen die Insulinresistenz der Zellen verstärken. Normalerweise produzieren Schwangere trotzdem genug Insulin, um das wieder auszugleichen. Bei manchen Frauen sieht es jedoch anders aus.

 

„Nur Übergewichtige bekommen Schwangerschaftsdiabetes!“

 

An dieser Stelle können wir mit dem ersten Gerücht aufräumen: Nein! Um eine schwere Insulinresistenz zu entwickeln, sind Übergewicht und eine übermäßige Gewichtszunahme während der Schwangerschaft zwar Risikofaktoren. Eine familiäre Veranlagung für Diabetes, viel Bauchfett, mehrere vorangehende Fehlgeburten oder ein höheres Alter (je nach Literatur über 25 oder 35 Jahren) spielen auch eine Rolle, sodass jede Schwangere betroffen sein kann.

 

Folgen von Schwangerschaftsdiabetes

Die meisten Frauen bemerken nicht, dass sie während der Schwangerschaft Diabetes entwickeln. Deshalb werden Schwangere schon früh mit einem Glucosetoleranztest konfrontiert. Dabei wird überprüft, ob der Blutzuckerspiegel nach einer hohen Zuckeraufnahme wieder in gesundem Maße sinkt. In der Regel kann betroffenen Frauen so schnell geholfen und Folgeschäden für Mutter und Kind verhindert werden.

 

„Dein Kind wird später Süßes lieben!“

 

Als werdende Mama werden einem viele „schlaue“ Sprüche um die Ohren geworfen. Aber auch dieses Gerücht – bezogen auf Schwangerschaftsdiabetes ist Quatsch mit Sahnesauce! Großer Durst, Bluthochdruck und Harnwegsinfekte sind erste Anzeichen, die bei Frauen als Folgen auftreten können. Eine große Menge Fruchtwasser und eine übermäßige Größen- und Gewichtszunahme beim Ungeborenen können ebenfalls auf eine Gestationsdiabetes der Mutter hindeuten. Ist die Mutter nicht gut eingestellt, kann es für das ungeborene Kind und den Säugling zu verschiedenen Komplikationen kommen. Zudem erhöht sich das Risiko für die Entwicklung von Fettleibigkeit und Diabetes mit voranschreitendem Alter – sowohl für Mutter als auch Kind. Eine Vorliebe für Süßes haben später aber wohl alle Kinder – sie sind nun einmal die größten Genießer – mit dem Schwangerschaftsdiabetes hat dies wenig zu tun.

 

Behandlung von Gestationsdiabetes

In der Regel verschwindet die Form von Diabetes nach der Schwangerschaft wieder, wenn auch ein Risiko bleibt, dass sich ein Diabetes Typ 2 wieder manifestiert. Während der Schwangerschaft ist eine Behandlung jedoch unabdingbar, um Folgen für Mutter und Kind zu minimieren. Ob Insulin regelmäßig injiziert werden muss, oder nur eine Ernährungstherapie und ausreichend Bewegung ausreicht, um die Stoffwechselkrankheit in den Griff zu bekommen, ist individuell sehr verschieden und muss immer vom Arzt und einer professionellen Ernährungsberatung begleitet werden.

 

„Mit Diabetes darf man keine Süßigkeiten mehr essen!“

 

Auch dieser schlaue Tipp wird betroffenen oft gegeben. Fakt ist, dass eine Ernährungsumstellung unabdingbar ist und stark zuckerhaltige Lebensmittel gemieden werden sollten, die den Blutzuckerspiegel stark ansteigen lassen. Ausnahme bilden hier alternative Süßungsmittel wie Erythrit, dass den Blutzuckerspiegel nicht erhöht. Es muss also niemand auf ein Stück Kuchen verzichten, wenn es denn intelligent gesüßt ist.

 

„Diabetiker sollten eine strenge Diät halten!“

 

In der Schwangerschaft ist es wichtig, dass das Ungeborene mit sämtlichen Nährstoffen und Vitaminen versorgt wird. Eine starke Gewichtsabnahme ist in der Schwangerschaft nicht erstrebenswert und sollte nur unter ärztlicher Kontrolle angestrebt werden. Es ist darüber hinaus sinnvoll so viel Gemüse und vollwertige Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten in den Ernährungsplan einzubauen. Auch gesunde Fette, die in Meeresfisch, Lein- oder Rapsöl vorkommen, sollten im Speiseplan ihren Platz finden. Mageres Fleisch, Tofu und fettarmer Käse sind hervorragende Proteinquellen. Diese Form der Ernährung sollte aber nicht als Diät gelten, sondern als nachhaltige und gesunde Ernährungsumstellung.

 

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